Was ein Mensch und eine Pusteblume gemeinsam
haben
Es war einmal ein Löwenzahn auf einer
schönen grünen Wiese. Er war saftig grün und
so mancher Hase hoppelte an ihm vorbei und knabberte ihn ein
bisschen an. Der Löwenzahn entwickelte eine Blüte
eine gelb strahlende Blüte, die aussah wie ein Stern
am Himmel. Auf der Wiese, auf der der Löwenzahn stand,
gab es auch viele andere seiner Art, die alle Blüten
entwickelt hatten. So leuchtete die Wiese, wie ein Sternenhimmel
am Tag.
Doch je weiter die Zeit im Jahr voran schritt,
desto mehr Blüten entwickelten sich zu Pusteblumen. Das
sind diese Blumen, die aussehen als würden lauter kleine
Fallschirme um einen Kern herum schweben. Lange Zeit konnte
man sehen, wie die Pusteblume unseres Löwenzahns auf
der Wiese stand und sich mit dem Wind hin und her bewegte,
sich ganz sanft vom Wind streicheln ließ. Doch eines
Tages nahm der Wind einige kleine Fallschirmchen mit und am
nächsten Tag wieder und dann wieder und so ging es Tag
für Tag bis nur noch der kleine Kern zu sehen war, der
dann noch einige Zeit auf der Wiese stand und dann langsam
verwelkte. Doch wo waren die vielen kleinen Fallschirme hin
geflogen? Die Fallschirmchen waren in alle Winde verstreut
und ließen sich dann jeder einer anderen schönen
Wiese nieder um im nächsten Jahr eine neue Blüte
hervorzubringen. Auch ein Men sch ist ein bisschen wie ein
Löwenzahn.
Es war einmal ein Mensch, der in einem
kleinen aber feinen Haus wohnte. Der Mensch hatte schöne
Haare und Augen, die so strahlend waren wie Sterne. Viele
Freunde hatte dieser Mensch und er war nie alleine. Der Mensch
wurde älter und er veränderte sein Aussehen. Eines
Tages starb der Mensch und viele Menschen waren traurig darüber,
dass er nun für immer fort sein würde. Doch der
Mensch war nicht fort, denn viele seiner kleinen Fallschirmchen
hatten ihren Platz in den Herzen von seinen Freunden gefunden,
wo sie von nun an tief verwurzelt bleiben werden.
(c) Kerstin Müller, 2004

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